
lustige bunte Mützen und Bänder
Jede Studentenverbindung ist in ihrem Charakter einzigartig. Die Corps verbindet aber ihre Prinzipien und eine über zweihundertjährige Geschichte, auch die lustigen bunten Mützen und Bänder gehören dazu. Rund 160 Corps sind teils seit Jahrhunderten an über 60 Universitäten in Deutschland, Österreich, Belgien, Ungarn und der Schweiz aktiv.
Was diese Prinzipien sind, die die Corps über so lange Zeit zu so erfolgreichen Akademikerverbänden machen, ist auf dieser Seite erklärt.
ein Corps bietet die organisatorische Struktur dafür
Das Studium ist eine richtungsweisende Lebensphase, die durch den Eintritt in ein Corps enorm bereichert wird. Erlebnisse wie Feiern, Sport, Freundschaften aufbauen oder sich zu verlieben gehören ebenso dazu wie das gemeinsame Studieren. Ein Corps bietet die organisatorische Struktur dafür.
Kontakt, Erfahrungsaustausch und Diskussionen mit verschiedenen Generationen und Menschen aus allen Studienfächern und Berufsgruppen erweitern den persönlichen Horizont. Daher werden im Corps ganz bewusst Traditionen gepflegt, die unsere Mitglieder über mehrere Generationen hinaus miteinander verbinden und ein Gemeinschaftsbewusstsein schaffen.
Corps sind aber auch über den eigenen Bund hinaus ein großes Netzwerk: Die Möglichkeit, als Corpsstudent an anderen Hochschulorten schnell einen Freundeskreis mit anderen Corpsstudenten aufzubauen und Gleichgesinnte zu treffen, ist da nur ein Beispiel!
mit den kurzen Wegen
Netzwerken ist eine wichtige persönliche Fähigkeit. Die Mitgliedschaft in einem Corps ist ganz automatisch mit vielen Möglichkeiten zum Netzwerken verbunden. Gemeinsam mit anderen werden Ausflüge oder Veranstaltungen organisiert. So trifft man immer wieder neue Menschen. Gleichzeitig können auf den Corpsveranstaltungen die eigenen Talente präsentiert und unter Beweis gestellt werden. Dabei werden ganz von selbst die Sozialkompetenz und die Redefertigkeit geschärft, die sich im späteren Berufsleben als gutes Fundament für die Karriere beweisen werden!
Kombiniert mit den kurzen Wegen innerhalb des Corps und dem corpsübergreifenden Netzwerk ist es so deutlich einfacher, eine Wohnung, einen guten Handwerker, ein Praktikum oder vielleicht sogar den nächsten Job zu finden.
nach Monaten oder Jahren zurückkehren
Das Corps bleibt nicht bloß Erinnerung an die Studienzeit, sondern ein dauerhafter Teil des eigenen Lebenswegs, in Form von Gemeinschaft, Rückhalt und Heimat.
Wer durch familiäre Konflikte, berufliche Unsicherheit, Trennungen oder persönliche Krisen belastet ist, findet im Corps Corpsbrüder, die oft seit Jahren oder Jahrzehnten miteinander verbunden sind. Gerade diese auch generationenübergreifende Nähe macht den Unterschied zu normalen Freundeskreisen aus.
Das Corpshaus wird dadurch für viele zu einem echten Rückzugsort. Nicht allein als Gebäude, sondern als vertraute Umgebung mit Menschen, die zuhören, unterstützen und auch in schweren Zeiten selbstverständlich präsent bleiben.
Viele beschreiben das Corps deshalb als eine zweite Wahlfamilie. Man kann nach Monaten oder Jahren zurückkehren und erlebt dennoch sofort wieder Vertrautheit, Zusammenhalt und Zugehörigkeit.
Dieses Gefühl entsteht nicht zufällig, sondern aus gemeinsam durchlebten Erfahrungen, gegenseitiger Verantwortung und der Bereitschaft, füreinander einzustehen.
das Fechten ist die Eintrittskarte
Die Mitgliedschaft und jedes Engagement im Corps basiert auf Freiwilligkeit und ist ehrenamtlich. Damit die Prinzipien des Corps gelebt werden können, bedarf es einer aufrichtigen Brüderlichkeit und eines tiefen Vertrauens unter den Corpsbrüdern.
Zu Beginn einer jeden Mitgliedschaft gibt es zwar eine Probezeit, bevor das Corps über die Aufnahme eines neuen Mitglieds abstimmt, aber ob jemand ein Blender ist, stellt sich oft erst nach einer längeren Zeit heraus.
Um von vornherein diejenigen herauszufiltern, die sich primär an den Vorteilen der Mitgliedschaft bereichern wollen, ohne dafür selbst einen Beitrag zu leisten, gibt es einen erprobten Filter: das Fechten von Mensuren. Das Fechten ist ein Bekenntnis zur Gemeinschaft: „Ich bin bereit, mich für euch einzusetzen, und beweise das, indem ich fechte. Mit aller Aufregung, die damit einhergeht." Es ist ein starkes verbindendes Element, das uns durch alle Generationen hinweg zusammenschweißt. Man kann also sagen: Das Fechten ist die Eintrittskarte ins Corpsleben.
Die mysteriösen Mensuren sind eine Herausforderung, die mit eigenem Fleiß und der Unterstützung im Corps auch ohne Blessuren gemeistert werden kann und der Identitätsstiftung und Persönlichkeitsbildung dient.
der Lifestyle im Corps
Wir haben einen Anspruch an uns selbst, zeigen ihn auch im Auftreten, im Umgang mit anderen und in der Art, Gemeinschaft zu gestalten. Deshalb pflegen Corps bis heute einen gewissen Lebensstil, der bewusst auf Niveau, Verbindlichkeit und Wahrung von Form setzt.
Festliche Abende bei Kerzenschein, ein Glas Sekt zum Empfang, gemeinsame Essen, Tanzveranstaltungen, gemeinsames Singen oder festliche Bälle – all das geschieht aus dem Wunsch heraus, dem oft tristen und formlos gewordenen Alltag bewusst etwas entgegenzusetzen.
Der Lifestyle im Corps kann auch als Gegenbewegung zu dem Laissez-faire-Alltag verstanden werden, der für einen Großteil der heutigen Studenten normal geworden ist.
Daher gilt auch: Wer Mitglied dieser Gemeinschaft sein will, der lebt diesen Anspruch an sich selbst mit. Nicht nur äußerlich, sondern auch im Handeln. Er versteht sich nicht als passiver Konsument, sondern als jemand, der das Corps aktiv gestaltet. Man muss in Wort und Tat verbindlich sein können, man steht zu seinen Zusagen und man übernimmt Verantwortung.
Viele Corpsstudenten verbindet auch die Freude an traditionellen und anspruchsvollen Freizeitaktivitäten wie Segeln, Jagen, Golfen oder Reiten.
Wenn du noch mehr darüber erfahren möchtest, was ein Corps ausmacht, melde dich gerne bei uns! Ansonsten können wir auch folgende Lektüre empfehlen: